So baust du dir ein Pocket-Multitool für Funksignale und NFC selbst
Ein vollwertiger Flipper Zero kostet mittlerweile eine Stange Geld, und für einfache Experimente mit Garagentoren, IR-Fernbedienungen und Zutrittskarten wünscht man sich oft etwas Offeneres und Reparierbareres. Der FlopperZiro-Projektautor mit dem Username lraton betrachtete diese Situation mit Ironie und nannte sein Geisteskind einen „schrecklichen Klon in gebrochenem Englisch", hat aber tatsächlich einen funktionierenden Prototyp eines autonomen Multitools aus leicht erhältlichen Platinen aus China gebaut.
Was dieses DIY-Gadget kann
Das Gerät bewältigt einen grundlegenden Satz von Aufgaben zum Erkunden von Funkprotokollen und zur Interaktion mit Peripheriegeräten. Die Firmware verfügt bereits über vier funktionierende Hauptmodule:
- 433-MHz-Abfangen und Replay. Der RXB12-Empfänger fängt Signale von Torfernbedienungen oder einfachen Relais ab, die Firmware speichert Dumps auf der Speicherkarte und sendet sie über den FS1A000-Sender zurück.
- Infrarot-Port. Empfänger und IR-LED arbeiten zusammen, sodass das Gerät Befehle von Fernbedienungen für TVs oder Klimaanlagen liest, sie in Dateien speichert und auf Knopfdruck wiederholt.
- NFC und RFID mit dem PN532-Chip. Das Gerät kann Standard-Tag- und Karten-UIDs lesen, Ziele emulieren und APDU-Pakete senden. ISO14443-B-Unterstützung ist noch in Planung, aber für einfache Funktionstests reicht es aus.
- BadUSB-Tastaturemulation. Der Mikrocontroller gibt sich als HID-Gerät aus und führt Rubber-Ducky-Format-Skripte direkt von der Speicherkarte aus.
Es läuft auch ein Dateibrowser zum Navigieren auf der MicroSD, eine Batterieladeanzeige und ein Display-Kontrollmodul.
Was steckt in diesem Gerät
Der Hauptvorteil von FlopperZiro gegenüber komplexen Projekten mit spezialisierten Chips ist die Verfügbarkeit der Funkkomponenten. Alle Teile können problemlos auf Marktplätzen bestellt oder in einer Kiste alter Arduino-Module gefunden werden:
- Mikrocontroller: STM32-L432KC-Board
- Display: monochromes OLED SSD1306 mit 128x64 Pixel Auflösung
- Funkmodule: FS1A000-Sender und Superhet-Empfänger RXB12 bei 433 MHz
- NFC-Modul: beliebter PN532-Controller
- Speicher: Standard TF-MicroSD-Karten-Shield
- Stromversorgung: TP4056-Ladeboard mit Step-up-Wandler auf 5V und 3,7V LiPo-Akku
- Bedienelemente: sechs Tastschalter und ein 2N2222A-Transistor zur IR-LED-Verstärkung
Das Gehäuse kann auf einem Standard-FDM-3D-Drucker gedruckt werden. Der Autor hat ein fertiges 3D-Modell auf Printables geteilt, das beide PCB-Revisionen und den Akku eng passt.
Fallstricke und Firmware-Feinheiten
Die Codebasis ist in C++ für die Arduino IDE geschrieben. Das senkt die Einstiegshürde erheblich, wenn du ein eigenes Plugin schreiben oder ein bestimmtes Protokoll für ein exotisches Garagentor anpassen musst.
Aber Einfachheit hat auch einen Nachteil. Der Autor warnt zum Beispiel ehrlich vor einem lustigen Bug: Direkt nach dem Hochladen eines neuen Sketches über die Arduino-Umgebung bleibt der Gerätebildschirm möglicherweise dunkel. Das Problem liegt in den Hardware-Reset-Timings des SSD1306-Displays. Die Lösung ist, den seriellen Monitor in der IDE zu öffnen, was einen korrekten Software-Neustart über USB einleitet.
Wem das Projekt nützt
FlopperZiro beansprucht nicht, ein Labor-Analysator für Funksignale zu sein. Der FS1A000-Sender hat eine bescheidene Reichweite, und die Antenne ist nur ein Stück Draht. Nichtsdestotrotz ist es ein ausgezeichnetes Übungsgelände für Studierende und Entwickler, die verstehen wollen, wie SPI, I2C, Sub-GHz-Rohpaketlesung und Smartcard-Protokolle funktionieren, ohne zusätzliches Geld auszugeben.
Schaltpläne und Quellcode sind im GitHub-Repository des Projekts unter der GPL-3.0-Lizenz verfügbar. Der Bau erfordert nur grundlegende Lötfähigkeiten und die installierte Arduino IDE.
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