WordPress adé — Hybrid-CMS Vvveb im Test mit visuellem Editor
Die Wahl einer Engine für eine kleine Website oder einen Online-Shop wird oft zur Suche nach einem Kompromiss. Auf der einen Seite steht WordPress mit einer Menge klobiger Plugins, die ständig nach Updates kaputtgehen. Auf der anderen Seite moderne Headless-Systeme wie Strapi oder Directus, bei denen das Frontend von Grund auf neu gebaut werden muss.
Kürzlich bin ich auf ein Open-Source-Projekt Vvveb (givanz/Vvveb) gestoßen. Das ist ein Versuch, einen visuellen Page-Builder, E-Commerce-Funktionalität und eine Hybrid-Architektur in einer kompakten PHP-Anwendung zu vereinen.
Das Projekt sammelt auf GitHub ziemlich bescheiden Sterne — zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels sind es etwas über 11.000. Allerdings verbergen sich viele interessante technische Lösungen darin.
Was steckt in Vvveb
Vvveb ist ein selbst gehostetes CMS, geschrieben in PHP. Die Hauptidee des Autors war, Entwicklern ein fertiges „Alles-in-einem"-Tool zu geben, ohne das System mit mehr Gigabyte schweren virtuellen Umgebungen zu überladen.

Das System kann in zwei Modi arbeiten:
- Klassischer Monolith. Seiten werden auf dem Server gerendert, Themes werden mit Bootstrap 5 erstellt, und Inhalte werden über den integrierten visuellen Editor bearbeitet.
- Headless CMS. Du kannst Vvveb ausschließlich als Backend nutzen und Artikel, Produkte sowie Einstellungen über REST API oder GraphQL abrufen.
Die Admin-Panel-Oberfläche sieht aufgeräumt aus und unterstützt Dark Theme out of the box:
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| Admin Panel (Light) | Admin Panel (Dark) |
Drag-and-Drop-Editor ohne Third-Party-Monster
Normalerweise verwandelt das Hinzufügen eines visuellen Builders zu einem CMS das Admin-Panel in etwas Träges. Der Vvveb-Entwickler hat einen anderen Ansatz gewählt und seinen eigenen Editor VvvebJs geschrieben. Das ist eine separate JavaScript-Bibliothek auf Vanilla JS, die mit sauberem HTML und Bootstrap 5 arbeitet.
Der Editor verschmutzt den finalen Code nicht mit Müll-Tags oder spezifischem Markup. Du ziehst Blöcke per Drag and Drop, änderst Styles, bearbeitest Texte direkt auf der Seite und erhältst sauberes HTML am Ausgang.

Online-Shop direkt aus der Box
Creator von Online-Shops müssen oft schwere Plugins wie WooCommerce installieren. In Vvveb ist das grundlegende E-Commerce-Modul sofort eingebaut.
Was bereits im System enthalten ist:
- Einseitiger Checkout.
- Verkauf digitaler Güter und Dateien.
- Subscription-Verkaufsmodell.
- Coupons, Rabatte und Promo-Codes.
- Verwaltung von Produktvarianten, Attributen und Bewertungen.
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| Produktkarte im Admin | Storefront |
Technische Details und Systemanforderungen
Aus infrastruktureller Sicht ist Vvveb genügsam. Um das Projekt zu starten, brauchst du:
- PHP Version 7.4 oder höher (der Autor empfiehlt PHP 8.3+).
- Datenbank deiner Wahl: MySQL (5.7+), MariaDB, PostgreSQL oder SQLite.
SQLite-Unterstützung ist ein nettes Bonus. Du kannst schnell eine funktionierende Website für einen Client auf dem günstigsten Hosting aufsetzen, ohne einen separaten Datenbankserver zu konfigurieren.
Die Sicherheitsarchitektur ist ebenfalls gut durchdacht. Nur eine PHP-Datei ist tatsächlich dem öffentlichen Web-Zugriff ausgesetzt. Das verengt die mögliche Angriffsoberfläche. Out of the box funktionieren auch Brute-Force-Schutz, SQL-Injection-Escaping und die Möglichkeit, die Admin-Login-Adresse zu verstecken.
Projekt über CLI bereitstellen
Die Installation dauert weniger als eine Minute. Du kannst ein fertiges Archiv herunterladen oder das Repository mit Submodulen klonen:
git clone --recurse-submodules https://github.com/givanz/Vvveb
Wenn du die Bereitstellung über Skripte bevorzugst, hat Vvveb einen Konsolen-Bereitstellungsbefehl:
php cli.php install module=index host=127.0.0.1 user=root password=1234 database=vvveb admin[email][email protected] admin[password]=admin engine=mysqli
Um SQLite zu nutzen, ersetze einfach engine=mysqli mit engine=sqlite.
Wem dieses Projekt nützen wird
Vvveb versucht nicht, mit großen Enterprise-Frameworks zu konkurrieren. Es ist ein Tool für schnelle Entwicklung.
Das Projekt eignet sich perfekt für:
- Freelancer, die Landingpages und kleine Shops mit einem komfortablen Admin-Panel an Clients liefern müssen.
- Entwickler, die ein leichtgewichtiges Headless-Backend mit einer fertigen GUI zur Produktverwaltung suchen.
- Diejenigen, die ständige Sicherheitsplugin-Updates in WordPress leid sind.
Das System hat auch Schwächen. Die Vvveb-Community ist noch klein, daher ist es schwieriger als bei populären Engines, Antworten auf spezifische Fragen bei Google zu finden. Die Projektlizenz ist AGPLv3, was für geschlossene kommerzielle Entwicklung berücksichtigt werden sollte.
Nichtsdestotrotz hinterlässt Vvveb einen angenehmen Eindruck eines durchdachten und monolithischen Tools. Wenn du eine schnelle Engine mit einem visuellen Editor „Alles in einem" brauchst, lohnt es sich definitiv, einen genaueren Blick darauf zu werfen.
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