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Wie die dezentrale Computing-Ebene in Bittensor funktioniert

Ich bin kürzlich auf das Subtensor-Repository gestoßen. Es ist das Herzstück des Bittensor-Projekts, das im Bereich der dezentralen KI viel Aufmerksamkeit bekommt. Kurz gesagt, es ist eine auf Substrate basierende Blockchain, die versucht, Rechenleistung – von neuronaler Netzwerkinferenz bis Datenspeicherung – in eine digitale Ware zu verwandeln.

Die Idee wirkt überladen, aber technisch ist das Projekt interessant umgesetzt. Es ist ein Monorepo, das die Blockchain-Node selbst, ein Python SDK, Dokumentation und sogar den Website-Code enthält. Die Leute von der Rao Foundation haben sich dafür entschieden, alles an einem Ort zu halten, um Kompatibilitätsprobleme bei Chain-Upgrades zu vermeiden.

Was ist es eigentlich

Bittensor funktioniert auf der Logik von Subnetzen. Stell dir einen Markt vor, auf dem einige Teilnehmer (Miner) Ressourcen bereitstellen und andere (Validatoren) die Qualität ihrer Arbeit überprüfen. Für nützliche Aktionen vergibt das Netzwerk TAO-Token.

Subtensor fungiert hier als Koordinator. Es führt nicht die eigentlichen Berechnungen durch – ein Modell auf der Blockchain zu trainieren oder Dateien dort zu speichern wäre Wahnsinn. Stattdessen zeichnet die Chain den Zustand der Neuronen auf, verwaltet Staking, verteilt Emissionen und pflegt den Konsens. Die eigentliche Arbeit findet off-chain statt, innerhalb bestimmter Subnets.

Interessanterweise koexistieren mehrere Welten in Subtensor. Einerseits gibt es natives Substrate mit seinen Extrinsics. Andererseits – vollständige EVM-Unterstützung (via Frontier) und Smart Contracts in ink!/Wasm. Das bedeutet, du kannst Logik in Solidity schreiben, die mit Staking oder Guthaben im Hauptnetz interagiert.

Was steckt im Repository

Die Projektstruktur ist trotz der Menge an Code recht transparent:

  • pallets/subtensor/ — hier lebt die Kernlogik: wie Subnets funktionieren, wie Gewichte akkumuliert werden und wie Belohnungen verteilt werden.
  • sdk/python/ — das bittensor-Paket und das btcli-Utility. Die Bibliothek wird basierend auf Chain-Metadaten generiert, was Diskrepanzen zwischen Versionen minimiert.
  • node/ — die Node-Binary selbst, verantwortlich für Networking und RPC.
  • precompiles/ — Bridges, die Blockchain-Funktionen für die EVM-Umgebung bereitstellen.

Übrigens, zur SDK-Generierung. Das ist ein ziemlich pragmatischer Ansatz: Wenn du das Runtime aktualisierst, folgen Dokumentation und Client-Bibliotheken automatisch. CI enthält Tests auf einem „Klon" des Mainnets, die Migrationen auf echten Daten verifizieren, bevor sie in der Produktion ausgerollt werden.

Wie man es lokal ausführt

Der schnellste Weg, sich Subtensor anzusehen, ist ein lokales Netzwerk in Docker zu starten. Die Entwickler haben ein fertiges Image vorbereitet, das dir eine halbe Stunde Rust-Kompilierung erspart.

docker run --rm --name local_chain \
  -p 9944:9944 -p 9945:9945 \
  ghcr.io/raofoundation/subtensor-localnet:devnet

Danach kannst du dich über btcli oder den Python-Client verbinden:

import bittensor
client = bittensor.Client("local")
print(client.get_block_number())

Wenn du tiefer in die Eingeweide eintauchen möchtest, gibt es ein Skript zur Initialisierung der Rust-Umgebung und zum Starten eines „schnellen" lokalen Netzwerks:

./scripts/init.sh
./scripts/localnet.sh

Lohnt es sich, sich damit zu beschäftigen

Das Projekt ist Nische. Wenn du nur einen LLM betreiben möchtest, könnte Bittensor wegen der Krypto-Komponente unnötig kompliziert erscheinen. Subtensor ist jedoch interessant als Beispiel für ein komplexes System auf Substrate mit einer hybriden Architektur.

Wer sollte sich den Code ansehen:

  1. Diejenigen, die Rust für Substrate schreiben und benutzerdefinierte Pallets für komplexe ökonomische Modelle sehen möchten.
  2. Entwickler, die nach Wegen suchen, Solidity-Contracts mit nativer Blockchain-Logik zu kombinieren.
  3. Diejenigen, die Systeme entwerfen, bei denen validiert werden muss, dass Arbeit off-chain durchgeführt wurde (Off-Chain Worker).

Der Nachteil ist eine ziemlich hohe Einstiegshürde. Die Dokumentation im Repository ist stellenweise dünn, und um die Gewichtungsverteilungslogik zu verstehen, wirst du viel Zeit im pallets-Ordner verbringen müssen. Aber wenn das Thema dezentraler Ressourcenmärkte dir am Herzen liegt, ist Subtensor eines der lebendigsten Beispiele dafür, wie so etwas heute gebaut wird.

Beginne deine Erkundung mit der Dokumentation, da das README hauptsächlich die Repository-Struktur und Entwicklungsprozesse beschreibt, nicht die eigentliche Theorie darüber, wie das Netzwerk funktioniert.

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