Ein schneller, universeller Bildbetrachter als Ersatz für integrierte Programme
Der integrierte Bildbetrachter von Windows erhält mit jedem Update unnötige Tabs, braucht ewig zum Starten und hängt gelegentlich bei schweren Formaten wie RAW oder SVG. Unter macOS ist die Standard-Vorschau akzeptabel, stößt aber bei ungewöhnlichen Dateierweiterungen an ihre Grenzen. Als mir jemand ein Archiv mit einer Sammlung von .jxl, .webp und mehreren Vektordateien schickte, verwandelten die integrierten Systemwerkzeuge eine schnelle Vorschau in eine Tortur. So bin ich zu ImageGlass zurückgekehrt, einem Projekt, das ich seit den klassischen WinForms-Zeiten verfolge.
Was dieses Tool ist
ImageGlass begann als leichtgewichtiges Windows-Dienstprogramm, das Bilder ohne Verzögerung öffnen sollte. Das Projekt existiert seit 2012, hat über 14.000 Sterne auf GitHub gesammelt und durchläuft derzeit eine umfangreiche Architekturüberarbeitung.
Version 10 ist auf einen plattformübergreifenden Stack umgestiegen, sodass das Programm jetzt auf Windows, macOS (Apple Silicon) und Linux-Distributionen über Flatpak läuft. Es richtet sich an Entwickler, Designer und Fotografen, die schnell durch Galerien browsen müssen, ohne sie in schwere Katalogisierungssoftware zu importieren.
Was unter der Haube steckt und wie es funktioniert
Das Hauptmerkmal dieses Dienstprogramms ist seine Vielseitigkeit. Es versteht mehr als 90 Dateiformate. Dazu gehören moderne Webformate wie WebP, AVIF, JPEG XL, Vektor-SVG sowie Kameraaufnahmen in HDR und RAW.
Hier sind einige Dinge, die ImageGlass im täglichen Arbeiten praktisch machen:
- Unterstützung für seltene und neue Formate ohne Codecs von Drittanbietern. Man klickt einfach auf eine
.jxloder.heicDatei, und sie öffnet sich sofort. - Schnelles Zoomen und Navigieren mit beibehaltenem Maßstab beim Wechseln zwischen Frames.
- Anzeige von Farbprofilen und EXIF-Metadaten mit einem einzigen Klick.
- Dateisortierung in genau der gleichen Reihenfolge wie im Windows Explorer.
Unter der Haube und der Technologiewechsel
Frühe Versionen des Programms basierten auf reinem .NET und WinForms. Der Autor experimentierte dann mit WebView2 für die Oberfläche im neunten Branch, entschied sich aber für Version 10 für eine vollständig plattformübergreifende UI, die mit C# und Avalonia erstellt wurde.
Der Quellcode ist in zwei Hauptentwicklungszweige aufgeteilt:
- Der
v9Branch, der Visual Studio unter Windows und WebView2 für das WebUI-Rendering verwendet. - Der
developBranch von Version 10 imsourceVerzeichnis, der für das Erstellen in Visual Studio und VS Code unter Linux und macOS konzipiert ist.
Das Repository enthält eine wichtige Sicherheitswarnung. Aufgrund der Beliebtheit des Dienstprogramms klonen Angreifer das Projekt häufig und erstellen gefälschte Forks und Gists mit bösartigem Code, der als „portable Builds" getarnt ist. Man sollte Binärdateien nur aus dem offiziellen Repository d2phap/ImageGlass oder der Projektwebsite herunterladen.
Verteilungsmodell
Der klassische ImageGlass-Build ist für private und kommerzielle Nutzung völlig kostenlos. Der Entwickler verteilt ihn über die offizielle Website und das Repository.
Für diejenigen, die automatische Hintergrund-Updates wünschen und den Autor finanziell unterstützen möchten, gibt es eine kostenpflichtige Version im Microsoft Store. Beide Editionen enthalten einen identischen Funktionsumfang und unterstützen die Feinabstimmung über Konfigurationsdateien.
Für wen es nützlich ist
Wenn man die Trägheit der System-Fotos-App unter Windows satt hat oder ein leichtgewichtiges Dienstprogramm zum schnellen Anzeigen von Assets unter Linux und macOS benötigt, füllt ImageGlass diese Lücke definitiv. Das Programm startet in Sekundenbruchteilen und kümmert sich um alle Probleme beim Öffnen exotischer Grafikformate.
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